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Stundensatz fürs Handwerk berechnen
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Der Rechner
Dein kostendeckender Stundensatz
82,60 €
pro Stunde (netto)
Für Privatkunden mit Umsatzsteuer: 98,30 €
So bleibt dein Betrieb stark.
Deckungslücke
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1. Deine wichtigsten Werte
Nur die wichtigsten Angaben. Den Rest kannst du später anpassen.
Anteil der Anwesenheitszeit, für den keine Rechnung entsteht: Fahrzeiten, Rüst- und Räumzeiten, Materialbeschaffung, Angebote schreiben, Büro, Gewährleistung, Leerlauf. Übliche Angaben liegen zwischen 25 und 35 Prozent. Dieses eine Feld bewegt das Ergebnis stärker als alle Gemeinkosten zusammen.
Die tatsächliche Wochenarbeitszeit, nicht die vertragliche. Gerechnet wird intern mit dem Fünftel daraus je Arbeitstag.
Was am Monatsende für dich übrig bleiben soll. Nicht der Umsatz, nicht der Gewinn: das, was auf dein Privatkonto geht.
Nur die, die abrechenbare Stunden leisten. Büro und Leitung gehören in die Gemeinkosten.
Durchschnitt über alle produktiven Kräfte.
Solange du nicht selbst abrechenbar mitarbeitest, bist du Overhead. Wer diesen Posten weglässt, arbeitet unbezahlt und merkt es erst beim Jahresabschluss.
Für Rücklagen, Investitionen und das, was schiefgeht. Marktüblich sind zehn bis fünfzehn Prozent.
Arbeitszeit und Ausfall
Wie viele Stunden im Jahr überhaupt abrechenbar sind. Das ist der wirkungsvollste Teil der ganzen Rechnung, und der am häufigsten zu optimistisch geschätzte.
TageAuch als Solo: Tage, an denen nicht gearbeitet wird, sind Tage ohne Rechnung.
TageRealistisch schätzen. Der Durchschnitt liegt bei etwa zwölf bis fünfzehn Tagen.
TageGesetzliche Feiertage, die auf einen Werktag fallen. Je Bundesland neun bis dreizehn.
TageSchulungen, Herstellerzertifikate, Innungstermine.
TageTage ohne Arbeit, an denen niemand krank ist: Wetter, Auftragsflaute, Baustellenstillstand. Im Dachdeckerhandwerk ein eigener Block, in vielen Gewerken null.
Lohn und Vorsorge
Als Solo bezahlst du deine Sozialversicherung vollständig selbst, nicht zur Hälfte. Genau diese Hälfte fehlt in den meisten Bauchkalkulationen.
%Grober Aufschlag auf den Unternehmerlohn. Die genaue Zahl macht der Steuerberater.
EuroDer volle Beitrag, nicht der halbe. Das ist der Posten, der Soloselbstständige regelmäßig überrascht.
EuroFreiwillige Rentenversicherung, Versorgungswerk, private Vorsorge.
EuroIm Handwerk der wichtigste und am häufigsten fehlende Schutz.
Lohn und Vorsorge
Je produktivem Mitarbeiter. Der Bruttolohn ist nur etwa die Hälfte der Rechnung.
EuroUrlaubs- und Weihnachtsgeld, Prämien.
%Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Richtwert rund 21 Prozent.
%Lohnfortzahlung, Mutterschaft, Insolvenzgeld.
%Stark gewerkeabhängig. Elektro liegt niedrig, Dacharbeiten hoch. Die richtige Zahl steht im eigenen Beitragsbescheid.
EuroZuschüsse und vermögenswirksame Leistungen.
Gemeinkosten
Alles, was läuft, egal ob heute eine Rechnung entsteht. Lieber grob vollständig als genau lückenhaft.
EuroLeasing oder Abschreibung, Kraftstoff, Versicherung, Steuer, Wartung, Reifen.
EuroMiete und Nebenkosten. Bei Arbeit von zu Hause der anteilige Betrag.
EuroAbschreibung, Reparatur, Ersatz, Prüfung und Kalibrierung.
EuroBohrer, Klingen, Schleifmittel, Abdeckmaterial, Befestigung.
EuroBetriebshaftpflicht, Rechtsschutz, Inhalt, Elektronik.
EuroJahresabschluss, laufende Buchhaltung, Lohnabrechnung.
EuroHandwerkersoftware, Lizenzen, Mobilfunk, Anschluss.
EuroWebsite, Fahrzeugbeschriftung, Anzeigen, Drucksachen.
EuroMiete, Ausstattung, Material. Null, wenn das Büro in der Werkstatt steckt.
EuroAuch die jährliche Prüfung der Schutzausrüstung, wo sie vorgeschrieben ist.
EuroPflichtbeiträge und freiwillige Mitgliedschaften.
EuroKurse, Herstellerzertifikate, Fachliteratur, Normenzugang.
EuroZinsen für Kredite und Kontokorrent, auch für gebundenes Lagerkapital.
EuroEntsorgung, Beiträge, Bewirtung, alles ohne eigene Zeile.
Zuschläge
Ohne Gewinn ist der Betrieb keine Firma, sondern ein teures Hobby mit Steuernummer.
%Anteil des Umsatzes, der nie bezahlt wird. Üblich ein bis drei Prozent. Wird als Divisor gerechnet, nicht als Aufschlag: warum, steht auf der Seite Methodik.
%Für den Bruttosatz an Privatkunden. Als Kleinunternehmer nach Paragraf 19 UStG: null.
Freiwillig. Daraus entsteht die Deckungslücke.
EuroSo wird gerechnet
Jede Zwischensumme steht da. Wer sieht, wie gerechnet wurde, muss nicht glauben.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Werktage im Jahr365 Kalendertage abzüglich 104 Wochenendtage. | 261 Tage |
| Abzüglich Feiertage | -11 Tage |
| Abzüglich Urlaub | -30 Tage |
| Abzüglich Krankheit | -12 Tage |
| Abzüglich Weiterbildung | -3 Tage |
| Anwesenheitstage | 205 Tage |
| AnwesenheitsstundenAnwesenheitstage mal Stunden je Tag. | 1.640 h |
| Unproduktiver AnteilFahrt, Rüstzeit, Materialbeschaffung, Büro, Gewährleistung, Leerlauf. | 25 % |
| Produktivstunden je Kopf | 1.230 h |
| Produktivstunden gesamt | 1.230 h |
| Kalkulatorische PersonalkostenUnternehmerlohn samt Steuerpuffer, Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe, Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit. | 65.700,00 € |
| Gemeinkosten | 23.200,00 € |
| Kosten gesamt | 88.900,00 € |
| Selbstkosten je ProduktivstundeKosten gesamt geteilt durch Produktivstunden gesamt. | 72,28 € |
| Gewinn- und Wagniszuschlag | 12 % |
| ForderungsausfallAls Divisor gerechnet, nicht als Aufschlag. Erklärung auf der Seite Methodik. | 2 % |
| Angebotsstundensatz netto | 82,60 € |
| Bruttosatz mit 19 Prozent UmsatzsteuerGilt für Privatkunden. Gewerbliche Kunden ziehen die Vorsteuer ab. | 98,30 € |
Wenn du weniger Stunden schaffst
Die Produktivstunden sind die unsicherste Zahl der ganzen Rechnung. Hier steht, was ein Irrtum kostet.
| Produktive Stunden je Kopf | Angebotssatz (netto) | Abweichung |
|---|---|---|
| 930 | 109,25 € | +32,3 % |
| 1.030 | 98,64 € | +19,4 % |
| 1.130 | 89,91 € | +8,8 % |
| 1.230Aktuell | 82,60 € | 0 % |
| 1.330 | 76,39 € | -7,5 % |
Das Ergebnis ist eine Kalkulationshilfe, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Wie gerechnet wird und woher die Vorgabewerte kommen, steht auf Methodik.
Warum der Stundenlohn nicht der Stundensatz ist
Das ist der Irrtum, an dem die meisten Kalkulationen scheitern. Ein Geselle mit 45.000 Euro Bruttojahreslohn kostet den Betrieb nicht 45.000 Euro, sondern nach Arbeitgeberanteil, Umlagen und Berufsgenossenschaft eher 58.000. Und dieser Betrag verteilt sich nicht auf die 2.080 Stunden, die das Jahr theoretisch hat, sondern auf die rund 1.200 bis 1.400, die tatsächlich auf einer Rechnung landen.
Beide Effekte zusammen verdoppeln den Betrag, bevor eine einzige Gemeinkostenposition oder ein Euro Gewinn darin steckt. Wer das überspringt und den Stundenlohn mit einem Daumenaufschlag versieht, landet zuverlässig zu niedrig.
Die unsicherste Zahl sind die Produktivstunden
Nicht die Löhne und nicht die Gemeinkosten: die abrechenbaren Stunden. Sie sind der einzige Wert in dieser Rechnung, den niemand genau kennt, und sie stehen im Nenner. Deshalb wirkt ein Irrtum hier stärker als überall sonst, und deshalb zeigt der Rechner oben eine eigene Tabelle dafür.
Wer einmal eine Woche lang mitschreibt, wie viele Stunden tatsächlich abrechenbar waren und wie viele für Fahrt, Rüstzeit, Materialholen und Büro draufgingen, hat danach eine eigene Zahl statt einer geliehenen. Das ist die lohnendste Stunde Buchhaltung des Jahres.
Rechner nach Gewerk
Die Kostenstruktur unterscheidet sich stark. Ein Dachdecker verliert Tage ans Wetter, ein Maler Stunden ans Abdecken, eine KFZ-Werkstatt zahlt jedes Jahr für Softwarelizenzen. Die Gewerkeseiten starten deshalb mit anderen Vorgaben und erklären, warum.
- Elektriker
Viel Dokumentation, teure Messtechnik mit Prüfpflicht, ein Normenwerk auf Abonnement.
- Heizungs- und Sanitärbetrieb
Bereitschaft, die niemand bezahlt, ein Fahrzeug voller gebundenem Kapital, Herstellerzertifikate im Jahresabo.
- Maler und Lackierer
Das Gewerk mit dem höchsten Rüstzeitanteil. Abkleben und Abdecken ist die halbe Arbeit und steht auf keiner Rechnung.
- Dachdecker
Das einzige Gewerk hier, bei dem das Wetter eigene Ausfalltage erzeugt. Dazu der höchste Beitrag zur Berufsgenossenschaft.
- KFZ-Werkstatt
Wenig Fahrzeit, dafür eine Werkstatt voller Abschreibung und Softwarelizenzen, die jedes Jahr wiederkommen.
Alle Gewerke im direkten Vergleich: Stundensätze nach Gewerk. Wie gerechnet wird und woher die Vorgabewerte stammen: Methodik.
